RSC Anderlecht - Bursaspor Kulübü

  • 1:1 (38.) Juhasz
  • 2:1 (57.) Jovanovic
  • 0:1 (06.) Bahadir
  • 2:2 (68.) Stepanov
Saison:Saison 2011/2012
Datum:Donnerstag, 25.08.2011 20:30Uhr
Land:Belgien
Liga:EL-Playoff
Stadion:Constant Vanden Stock, Anderlecht
Zuschauer:19.500

Es ist mittlerweile schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal auf größerer Hoppingtour unterwegs war. Zeit also, mal wieder was auf die Beine zu stellen und so ging es heuer nach einigen Planungen, Abwarten von Terminierungen etc. (die Hopper unter euch werden wissen, wovon ich spreche) für 5 Tage nach Belgien und Frankreich, um dort zum einen den Länderpunkt Belgien zu kreuzen und zum anderen 6 neue Stadien zu besuchen.
Zur äußerst "angenehmen" Zeit von Halb Vier am Morgen hieß es raus aus den Federn und rein ins Auto, um auf der ersten Etappe die etwa 600km nach Brüssel bzw. Anderlecht abzureißen. Gegen Halb Elf wurde der Stadtteil von Brüssel nach angenehmer Fahrt, welche nur kurz für etwa eine halbe Stunde wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn (Grund: Die Polizei musste einen entlaufenen Hund wieder einfangen) unterbrochen wurde, erreicht.
Die Verantwortlichen vom RSC Anderlecht konnten/wollten mir im Vorfeld der Partie bei meiner Bitte, nach einer Hinterlegung bzw. Reservierung von Karten nicht weiterhelfen, sondern wiesen lediglich darauf hin, dass ich doch vor Ort eine Karte kaufen solle - allderings nur am Morgen, da ab Nachmittags die Schalter aus Sicherheitsgründen geschlossen würden.
Am Stadion angekommen wurde nach kurzem Irrglaube, die Tickets im Fanshop kaufen zu können, dann doch die separate Kartenverkaufsstelle gefunden und dort gab es auch noch ausreichend Karten (gegen Vorlage des Personalausweises).
Da dies somit erledigt war, es sowieso noch massig Zeit bis zum Spiel war und ein Groundhopper ja kein gänzlich Kultur-uninteressierter Mensch ist, wurde die restliche Zeit des Tages dazu genutzt, bei schönstem Wetter die ein oder andere Sehenswürdigkeit in der belgischen Hauptstadt zu besichtigen. Fazit: Schöne Stadt, die allerhand zu bieten hat - lediglich die üblichen touristischen Nachteile wie Menschenaufläufe, Kosten etc. trübten die Stimmung ein wenig. Außerdem wurde am Nachmittag auch noch im Hotel eingecheckt, wobei hier das Hauptaugenmerk auf das fahrerische Können beim Ein- und Ausfahren, sowie Parken in der äußerst platzsparend angelegten hoteleigenen Tiefgarage zu legen war - die meisten dort abgestellten Autos zeigten deutliche Spuren des Kampfes.
Gegen Abend ging es dann wieder hinaus zum Constant Vanden Stock zum ersten Spiel der Tour - dem Europa League Playoff-Rückspiel zwischen dem heimischen RSC Anderlecht und Bursaspor aus der Türkei. Das Hinspiel konnten die Belgier nach 0:1-Halbzeitrückstand noch mit 2:1 für sich entscheiden und sich somit eine perfekte Ausgangsbasis für das heutige Spiel verschaffen.
Am Stadion erst einmal ein bisschen unter das Volk gemischt; das Stadion liegt mitten in einem Wohngebiet mit einigen netten Kneipen und Imbissbuden gespickt - da lies es sich gut aushalten. Etwa 1 Stunde vor Spielbeginn ging es hinein in den Ground, ohne dass eine Ordnerhand meinen Traumkörper bzw. meine normale Kamera (oder andersrum?!) berührt hätte. Nach den obligatorischen ersten Groundbildern zog es mich dann in den Oberrang, wo ich dann durch die Mithilfe eines unachtsamen Ordners am Blockeingang das Spiel auf Höhe der Mittellinie verfolgen konnte.
Vor überraschenderweise letztendlich ganz gut gefüllten Rängen, gab es gleich zu Beginn des Spiels einen Nackenschlag für Anderlecht, als nämlich Bursaspor nach 6 Minuten die Führung markieren konnte. Doch ganz im Stile des Hinspiels gelang es den Gastgebern, das Spiel noch umzudrehen und mit 2:1 vermeindlich zu entscheiden. Doch die Gäste steckten nicht auf und kamen zum Ausgleich, was in den letzten Minuten des Spiels nochmal für ordentlich Spannung auf dem Rasen und auf den Rängen führte. Schlussendlich blieb es jedoch beim 2:2, was Anderlecht zum Weiterkommen in die Gruppenphase reichte.
Auf den Rängen teilen sich die aktiven Heimfans in 2 Blöcke auf - die "Maubes Army" auf der einen Hintertorseite im Unterrang und eine andere Gruppierung ohne eigenen Banner auf dem Oberrang der anderen Hintertorseite ("Purple Heart"). Beide Seiten machten mehr oder weniger ihr eigenes Ding, was schon ne komische Sache ist, wenn auf der einen Seite ein Lied angestimmt wird und auf der anderen Seite was ganz anderes gesungen wird...naja. Dennoch wurde es ab und an, wenn auch das restliche Publikum einsetzte, richtig laut und man kann sich gut vorstellen, dass das Stadion beim entsprechenden Spiel und Gegner sicherlich ein echter Hexenkessel ist.
Die Gäste überraschten mich zuerst ob ihrer Anzahl ganz positiv, diesen ersten Eindruck machten Sie jedoch gleich vor Spielbeginn wieder kaputt, als Sie mitten in einer Schweigeminute unpassenderweise mit ihrem Geschrei den Unmut des restlichen Publikums (und meiner Wenigkeit) auf sich zogen - sowas muss echt nicht sein!
Nach dem Spiel kam ich zu meiner Überraschung trotz Parkierens in einer Nebenstraße - was mir einen unverständlichen Informationsflyer über das Parken in diesem Wohngebiet einbrachte - ganz gut weg und hatte damit nach wenigen Minuten wieder das Hotel erreicht, wo nach mehr als 20 Stunden auf den Beinen das Haupt relativ schnell darnieder gelegt wurde.

ticket

Zurück zur Spielübersicht