1.FC Heidenheim 1846 - SSV Ulm 1846

  • 1:1 (56.) Jarosch
  • 0:1 (36.) Radojevic
  • 1:2 (59.) Kraljevic
  • 1:3 (86.) Sirigu
  • 1:4 (88.) Zehiroglu
Saison:Saison 2007/2008
Datum:15.09.2007
Land:Deutschland
Liga:Oberliga Ba-Wü
Stadion:Albstadion, Heidenheim
Zuschauer:5.240
Zum Oberligaderby zwischen Heidenheim und Ulm kam es am heutigen Samstag Nachmittag im Heidenheimer Albstadion. Da mit großem Zuschaueraufkommen gerechnet wurde, hieß es für mich rechtzeitig losfahren, sodass ich trotz zwischenzeitlicher gemütlicher Mittagspause noch 1 1/2 Stunden vor Anpfiff am Albstadion ankam, wo einem zu erst die bereits äußerst zahlreich versammelte Polizei ins Auge stach. Nach Bezahlen des Eintritts ging es erstmal auf Stadionrundgang, ehe es sich mit Stadionwurst (empfehlenswert) und Cola in der Sonne bequem gemacht wurde, wodurch die Zeit bis zum Anpfiff recht schnell verging.

Spiel: Gastgeber Heidenheim will in diesem Jahr unbedingt den Aufstieg aus der Oberliga in die Regionalliga packen, auch wenn man dann in der nächsten Saison, aufgrund der neuen 3.Bundesliga, weiterhin in der Viert-höchsten Spielklasse spielen würde. Nach gespielten 5 Spieltagen in der Oberliga Baden-Württemberg rangiert das Team ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz.
Die Ulmer Spatzen, bei denen das Saisonziel auch nicht anders lauten kann, haben einen durchwachsenen Start hingelegt und sich bereits nach 4 Spieltagen von ihrem Trainer getrennt. Dies hatte anscheinend befreiende Wirkung auf die Spieler, wurde doch am 5.Spieltag das erste Spiel unter dem neuen Trainer gegen Aufsteiger Schwieberdingen glatt mit 5:0 gewonnen. Nichtsdestotrotz wäre der aktuell 7.Tabellenplatz am Saisonende zu wenig, denn es qualifizieren sich lediglich die ersten Vier für die neue dreigleisige Regionalliga. Jedoch ist der Punkteabstand momentan noch so gering, dass die Gäste mit einem Sieg am heutigen Tage bereits mit Heidenheim gleich ziehen konnten.
In den ersten Minuten des Spiels konnten sich die Ulmer eine leichte Feldüberlegenheit erspielen, jedoch ohne größere Tormöglichkeit, da sich das Spiel im Großteil im Mittelfeld abspielte. Im Laufe der 1.Hälfte konnte der Gastgeber dann das Spiel mehr und mehr ausgeglichen gestalten, obwohl die Ulmer ein oder zwei richtig dicke Tormöglichkeiten hatten, diese jedoch kläglich vergaben. Außerdem tat sich einer von Ulms Stürmern in der 1.Hälfte besonders dadurch hervor, dass er mit beständiger Regelmäßigkeit ein ums andere Mal ins Abseits lief. In der 36.Minute war es dann ausgerechnet der von Heidenheim zu Ulm gewechselte Dinko Radojevic, der das 1:0 besorgte.
In der 2.Hälfte begann Heidenheim druckvoll und konnte nach 56.Minuten verdient ausgleichen. Das Gefühl, dass sie nun das Spiel drehen würden hatte sicherlich nicht nur ich, doch die Ulmer machten dieses Gefühl schnell zunichte, denn nur 2Minuten später konnten sie wieder in Führung gehen. Heidenheim bemühte sich in der Folgezeit zwar um den erneuten Ausgleich, was ihnen jedoch nicht gelang. Viel mehr nutzen die Ulmer den sich Ihnen bietenden Platz und konnten kurz vor Schluss noch zwei weitere Treffer zum 1:4 Endstand beisteuern.

Stimmung: Der auf der FCH-Homepage genannte "kleine aber feine" Anhang konnte diese Formulierung in der 1.Hälfte bestätigen. Für ihre recht kleine Anzahl an Supportern begannen sie recht laut, wobei die Auswahl des Liedguts ("Wer ein Heidenheimer ist, der klatsche in die Hand") sicherlich nicht die kreativste war. Nach dem 0:1 für Ulm war erstmal Stille angesagt, was ausgenommen eines kleinen Zwischenhochs nach dem Ausgleich in der 2.Hälfte leider auch bis zum Ende Bestand hatte.
Die zahlreich angereisten Gäste konnten jedoch auch nicht wirklich das Geschehen diktieren. Obwohl der Gästekäfig recht voll war, waren allenfalls 20-30 Leute dabei, die mehr oder weniger regelmäßig versuchten, ihr Team nach vorne zu peitschen. Der Rest stand still schweigend da und konnte sich lediglich bei den Ulmer Toren dazu aufraffen, in die Hände zu klatschen.
Für ein Derby insgesamt also eher enttäuschend!

Da mir bereits bei der Ankunft am Stadionparkplatz auffiel, dass es hier nach dem Spiel wohl länger dauern könne, beschloss ich, kurz vor Spielschluss das Stadion zu verlassen, um dem großen Trubel zu entgehen.
Rein ins Auto und wenige Meter gefahren, da zieht plötzlich ein Bus quer über die Straße und die anwesenden Sicheheitsleute und Polizisten gaben mir zu verstehen, ich solle den Motor abstellen und warten, da erst die Gästefans weggebracht werden sollten. Während ich da also so im Auto saß und nach und nach mehr und mehr Autos in der Schlange standen und die Leute auf verschiedenste Weise ihr Unverständnis zum Ausdruck brachten, war es ein Wunder dass es keine Blechschäden gab, da manchen Auto- und Motorradfahrern wohl der Ärger zu sehr zu Kopf stieg - anders sind machne Manöver nicht zu erklären. Nach gefühlten 45 Minuten waren die Ulmer Fans dann endlich weg - die Straße endlich wieder frei und das Auto trotz vier nebeneinander startenden Autos, die nach Aufhebung der Sperre gleichzeitig auf die eine Spur fahren wollen, heil geblieben.

Zurück zur Spielübersicht