Karlsruher SC - VfB Stuttgart

  • 1:0 (54.) Hajnal
Saison:Saison 2007/2008
Datum:02.09.2007
Land:Deutschland
Liga:1.Fussball-Bundesliga
Stadion:Wildparkstadion, Karlsruhe
Zuschauer:30.000 (ausverkauft)
Es gibt sie - die Tage, an denen einfach nichts funktionieren will. Auch heute war so ein Tag. Angefangen hat alles damit, dass sich die eigentlich gute Idee, mit der S-Bahn bis nach Karlsruhe rein zu fahren schnell als doch nicht so gut entpuppte. Als nämlich eben jene Bahn mitten auf offener Strecke auf einmal stehen blieb und der Zugführer irgendwas unverständliches durchsagte, machte ich mir noch keine Gedanken. Doch als nach ca. 15 Minuten der Zugführer an meinem Fenster vorbei lief und auf einmal verschwunden war (Von wegen der Kapitän verlässt das sinkende Schiff zuletzt) und sich mehr und mehr Mitreisende ebenfalls aus dem Zug auf die Gleise begaben, um die Strecke bis zum nächsten Bahnhof zu Fuss zurück zu legen, beschloss auch ich etwas für meine Gesundheit zu tun und den Nachmittag mit einem kleinen Spaziergang zu füllen. Nachdem wir bei perplexen Gartenbesitzern in Gleisnähe die Entfernung bis zum nächsten Bahnhof erfragt hatten und diesen dann auch unter erstaunten Blicken der dort wartenden Gäste erreicht hatten (muss schon ein komisches Bild abgegeben haben, als sich auf einmal knapp 100 Leute auf den Gleisen dem Bahnhof näherten), begann auch schon die allgemeine Suche nach weiterführenden Transportmitteln. Geistesgegenwärtig rief ich bereits bei Aussteigen aus dem Zug meinen Vater an, welcher mich dann auch später am Bahnhof Rastatt abholen sollte. Die letzten Kilometer ging es also mit dem Auto weiter Richtung Wildpark, wo auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit recht weit entfernt geparkt werden musste und abermals einige Meter bzw. Kilometer per pedes zurückgelegt werden mussten. Nachdem die kurzfristig organisierte Karte für meinen Vater noch besorgt wurde, hatte die Odyssee auch schon ein Ende und das Wildparkstadion konnte sogar eine halbe Stunde vor Anpfiff betreten werden. Beim Anblick der Schlangen beim Blockeingang sahen wir den Anpfiff jedoch schon schwinden, als plötzlich in unserem Rücken etwas 10 bis 20 Leute aufeinander losgingen und sich ein wenig prügelten, sowie sich netterweise auch gleich gegenseitig etwas mit Bier begossen und sich somit etwas abkühlten, was die Ordner bestimmt als freundschaftliche Geste aufgefasst haben müssen, denn anstatt einzugreifen, beschlossen sie lieber, dem Treiben zuzusehen. So plötzlich, wie es angefangen hatte, war es auch schon zu Ende und wir auch schon ganz oben am Eingang angekommen und nach penibler Kontrolle auch schon im Stehblock, welcher schon zum Bersten gefüllt war. Nach einiger Suche und Körperkontakt mit der ein oder anderen reizenden wie auch weniger reizenden Person hatten wir dann doch noch ein schönes Plätzchen für uns gefunden, glücklichweise auch noch in Mitten von etwa 20 weiteren VfB-Fans, was uns nun erleichtert dem Treiben auf dem Platz zuschauen lies.
Der VfB hatte gleich zu Beginn zwei Riesen-Chancen durch Gomez und Marica, welche aber zum Teil kläglich vergeben (Marica) und zum Teil gut von Torwart Miller entschärft wurden (Gomez). Der KSC kam durch schnelles Konterspiel in der 1.Hälfte auch zur ein oder anderen kleineren Möglichkeit, jedoch blieb es zur Pause beim 0:0. Kurz nach der Pause dann die spielentscheidende Szene, als der KSC den aufgerückten VfB eiskalt auskonterte und Hajnal schließlich den Ball zum 1:0 einschieben konnte. Dem VfB fiel in der Folgezeit nicht viel ein, erst in der letzten Viertelstunde sprangen noch einige ausgezeichnete Tormöglichkeiten heraus, doch allesamt wurden einmal mehr nicht verwandelt. Zu allem Überfluss blieb auch noch der Pfiff von Dr.Merk aus, als Eggimann Gomez kurz vor Schluss im Strafraum umstieß. Am Ende zählt jedoch das Ergebnis und das lautete 1:0 und somit gewann der KSC äußerst glücklich gegen den VfB, was die einheimischen Fans jedoch zum großen Teil nicht zum feiern verleitete, viel eher hielten es die meisten für nötig, die ohnehin schon während des gesamten Spiels zum besten gegeben Hass-Parolen auf den VfB bzw. Schwaben allgemein zum besten zu geben. Im Moment des wohl für die Badner größten Triumphes wird also nicht gefeiert, sondern weiterhin hauptsächlich gegen die Schwaben geträllert.
Weitere Ausführungen spare ich mir an dieser Stelle.

Zurück zur Spielübersicht